Eichhörnchenprobleme

Das letzte Mal als ich daran erinnert wurde das nichts ist wie früher war das Eichhörnchen schuld. Wir haben hier nämlich Eins. „Hier“ das ist der Garten im Schweizer Haus, meinem Therapiequartier und Logenplatz, von dem aus ich die Adventszeit samt nicht fröhlichem Treiben in der Mauerbachstraße einziehen sehe. Aber zurück zum Eichhörnchen: wir wollten es gerne füttern, was hätten wir nicht für ein paar Nüsse oder Körner getan, aber zum Supermarkt gehen ist in Coronazeiten so eine Sache, das will geplant sein und die dicke Maske muss auch dabei sein. Im Frühjahr hatten die dienstältesten Patienten noch auf den Sommer gehofft und mit dem Sommer auf die Ausgänge. Aber die kamen leider nicht. Dafür gab es wieder Besuche. Mit Maske, aber Besuche. Ein Lichtblick: jemand spielt mit uns. Die Therapeuten bieten hierbei Einiges an, wie Tischtennis, Billiard und verschiedene Kartenspiele. Da könnte sich jedes Jungscharlager noch was abgucken von uns. Ob man im Jungscharlager um Geld spielt? Uns würde das natürlich nie in den Sinn kommen. Ehrenwort. Auch spielt ab und zu eine Therapeutin mit denen die möchten Texas Hold´em Poker, bei dem es sogar Preise zu gewinnen gibt, die sie -wie ich glaube- selbst beisteuert. Beim ersten Mal als ich mitspielte gab es drei Gewinne für die „Bestplatzierten“ sozusagen. Gut, beim wirklichen Poker gibt es Geld, bei uns gab es Hygieneartikel. Aber das ist wirklich ein Preis über den man sich freut. Wie gesagt: alles ein bisschen anders hier. Unsere Therapeuten setzen nicht auf „stay home“, sondern auf ein Sportprogramm. Donnerstags gibt es Laufen und Fußball, freitags Boxen und dazwischen Volleyball, den Kraftraum oder was immer wir wollen. Corona haben wir auch neue Playstations auf den Stationen zu verdanken. Wahrscheinlich wäre soetwas nie und unter keinen Umständen sonst ins Schweizer Haus gekommen. Was (fast) so weiterläuft wie davor ist unsere Arbeitstherapie: auf jeder Station ist ein Patient, der das Essen für den Rest der Gruppe kocht, seit der Frost da ist allerdings ohne Gemüse aus unserem Garten, um den sich Harry kümmert, der auch in den Holzwerkstätten nach dem Rechten sieht und jetzt im Winter alles rund um die Teiche und Schuppen repariert und frostfest macht. Peter ist nach wie vor mit der Kreativgruppe am Werken und die Hausreinigung kümmert sich um Sauberkeit und Ordnung. Nur ein Packerl Nüsse lässt sich nirgends auftreiben.

//Julia

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: