Die eigentlich traurige Geschichte eines großen Mannes oder die große Geschichte eines eigentlich traurigen Mannes. Vielleicht auch Beides oder nichts von Beidem.

In den Dokus die versuchen die Geschichte des Physikers Nikola Tesla zu erzählen, wird er oft als ein Popstar der Physik beschrieben. Neben seinem guten Aussehen wird ihm aber gleichzeitig eine lebenslange Abstinenz von der Frauenwelt attestiert. Womit auch schon ein großer Teil der Tragödie des fabelhaften Herrn Tesla verraten wäre. Aber fangen wir von vorne an:
geboren wurde Nikola Tesla am 10.Juli 1856 in Serbien in einem kleinen Dorf namens Smijan, welches damals zum österreichischen Kaiserreich dazugehörte. Das Geburtshaus war das Pfarrhaus in dem sein Vater Milutin Tesla als Pfarrer arbeitete. Seine Mutter Frau Georgina arbeitete als Pfarrersgehilfin und wurde oft in der Bibel vorlesend in der Kirche St.Peter und Paul im Dorf Smijan gesichtet.
Während seiner Gynnasiumszeit lebte der junge Nikola bei seiner strengen Tante in der Stadt Karlovac.
Vielleicht sind auch hier die Gründe dafür zu suchen, dass er lebenslang sehr einsam gewesen sein muss. Jedoch kann man Teslas Lebensweise auch als ein selbstausgesuchtes Einsiedlertum sehen, schließlich hat er selbst einmal gesagt, dass er sich seiner Arbeit nicht widmen könne, wenn es eine Frau in seinem Leben gäbe. Sein Lebenswerk war geprägt durch zahlreiche Neuerungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik,er forschte und forschte, insbesondere die elektrischen Energietechnik des heutigen Zweiphasenwechselstroms prägte er mit. Für ihn begann die Physik im Denken, das war wahrscheinlich das revolutionäre an seiner Arbeit, getreu seinem Motto: „Wenn Du das Universum verstehen willst, dann denke in Kategorien wie Energie, Frequenz und Vibration!“
Nach dem frühen Unfalltod seines älteren Bruders Dane der für dem kleinen Nikola ein schwerer Schlag war, begann er bereits im Alter von fünf Jahren mit verschiedenen technischen Anwendungen zu experimentieren. Durch seine Intelligenz und das damit einhergehende „geistige Einsiedlertum“ hatte er schon in der Schule Probleme Freundschaften zu schließen. 1875 besuchte er die Technische Universität in Graz. Er brach sein Studium ab und übersiedelte nach Marburg an der Donau, dort fiel er jedoch auf wegen seines exzessiven Nachtlebens, was vielleicht überraschend klingt, aber auch zeigt was für ein komplexer Charakter Tesla war. Er scheint es so wild getrieben zu haben, dass er von den Behörden schließlich aus der Stadt verwiesen wurde.
Aber Tesla war trotz des Junggesellendaseins bei den Damen seiner Zeit begehrt: Viele Frauen waren sehr verliebt in ihm, er war charmant und ein ausgesprochen gepflegter Mann. Nikola Tesla ging später nach Paris, dort begann er im internationalen Unternehmen von Thomas Edison für die Continental Edison Company elektrische Installationen in öffentlichen Gebäuden vorzunehmen.

Auf lange Zeit konnte ihn diese Tätigkeit allerdings nicht zufriedenstellen, er brach seine Zelte ab und ging völlig mittellos und einsam nach New York. Nikola gründete dort schließlich seine eigene Firma, das Unternehmen mit dem Namen „Tesla Electric Light and Manufacturing Company“. Leider brachte ihm die Firma keinen Erfolg, er wurde von seinem Geschäftspartnern betrogen.
Er begann seine Arbeit an einem Wechselstromsystem mit rotierendem Magnetfeld, das er schließlich zum Patent anmeldete. Edison kaufte ihm laufend alle seine neu angemeldeten Patente ab, was Nikols Tesla zu einem reichen und wohlhabenden Mann machte. Trotz seines luxuriösen Lebenswandels wohnte Nikola einsam und alleine in Hotels. Er befasste sich auch mit Edisons Glühlampe und fand einen Weg die frühe Glühbirne so zu optimieren, dass sie möglichst wenig Strom verbrauchte. Um das Jahr 1900 nahm er das Angebot des reichen Bankers J.P.Morgan an, für 150.000 Dollar ein Radio zu bauen, das transatlantische Signale senden konnte. Es mag Ironie sein, dass der nun reiche Tesla an einer Schmuckphobie litt. Seine damalige Sekretärin soll er der Legende nach gar nach Hause geschickt haben, als sie mit Perlenschmuck zur Arbeit erschien.
Er litt zudem an einem Reinlichkeitszwang und konnte Frauenhaare absolut nicht riechen oder anfassen. Haare und Schmuck von Frauen sollen in ihm eine starke Übelkeit hervorgerufen haben. Allerdings war er keineswegs ein Frauenfeind, er soll einmal gesagt haben, dass Frauen eines Tages die Welt regieren werden.
Er hatte zudem panische Angst vor Bakterien und Viren. Von Zahlen war er besessen, drei Mal ging er um den Häuserblock herum bevor er ein Gebäude betrat. Die Suppen und Fleischteller reinigte er mit genau 18 Servietten, er lebte stets nur in Hotelzimmern, deren Zimmernummer durch drei teilbar war. Wenigstens haben ihn seine Zwangsstörungen nicht daran gehindert, auch heute noch einer der Großen der Menschheitsgeschichte zu sein, auch wenn er persönlich viel zu kämpfen hatte: am Ende seines Lebens starb er einsam und verlassen 1943 in einem Hotel in New York.

//Andrea

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