„Wenn Menschen Geister sehen, sehen sie sich immer selbst“

Stephen King im Porträt

Stephen King hat etwas ganz Besonderes geschafft, zumindest für einen Autor der vor der großen Namen- und Bilderflut die mit dem Internet über unsere Zivilisation hinweggeschwappt ist schon jedem ein Begriff war: alle Generationen kennen ihn und jeder hat seinen eigenen Zugang zum wohl erfolgreichsten Horrorgeschichtenschreiber aller Zeiten. Geboren wurde er am 21.September 1947 in Portland, das Genrefans auch schon durch H.P Lovecraft bekannt sein dürfte. Wenn Sie ein Kind der Achtziger sein sollten, dann ist mit seinen Büchern wahrscheinlich ein gewisser Reiz des verbotenen verbunden, die sorgenvollen Blicke der Eltern, wenn sie eines seiner Dicken Bücher im Kinderzimmer fanden. Trotz all der beängstigenden Dinge, die den Verstand
von Stephen King zu bevölkern scheinen: er verdiente sich vor den ersten weltweiten Erfolgen sein Geld ausgerechnet als Lehrer. Er unterrichtete ab 1971 das Fach Englisch in Maine und arbeitete Nachts nebenbei als Bügler in einer Wäscherei. Er ist vor allem bekannt für seine Horrorromane, die ihn zu einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart machten. Bereits im Alter von sieben Jahren begann er zu schreiben. Im Kino sah er sich gerne Science Fiction und Fantasyfilme an, woher auch seine Vorliebe für düstere Fantasie- und Horrorgeschichten
stammt.
Als Jugendlicher las er gern Romane des Autors Richard Matheson, der in seinen übernatürlichen Geschichten vergleichbar mit King den Horror im gewöhnlichen Alltag der Bürger stattfinden lässt. Stephen King hatte ein Sammelalbum wo er zahlreiche Zeitungsberichte über den Serienmörder Charles Starkweather sammelte, dessen morbide Persönlichkeit sein Interesse für alles Böse und Unmenschliche weckte. Später benannte er in seinem Roman The Stand eine Figur nach Charles Starkweather. In seinen Büchern ist die Faszination für die Frage, was einen Menschen gut oder schlecht handeln lässt immer präsent. Vielleicht könnte man das auch als zentrales Motiv seiner
Bücher ansehen. Doch das Schreiben hatte für King durchaus auch eine therapeutische Funktion.
Als Kind erlebte er den Tod eines Freundes, der vor seinen Augen unter einen Zug geriet. Ohne jegliche Erinnerung erzählte ihm seine Familie später, er sei ,,sprachlos“ und ,,im Schock“ nach Hause gekommen. Die Familie erfuhr erst später vom Tod seines Freundes. Kritiker vermuten, dies habe King zu seinen dunkelsten Werken inspiriert. Womöglich ist King auch wegen seines langen Atems so erfolgreich. Er hatte einen Roman nach dem anderen geschrieben, bis erst mit seinem Meisterwerk „Carrie“ der Durchbruch als Schrifststeller gelang, obwohl er vorher schon sechs Bücher geschrieben hatte. Es gab in seinem Leben tatsächlich eine Schulkollegin die Carrie hieß und sich in jungen Jahren das Leben nahm. Seinen Bestseller hätte es allerdings fast nicht
gegeben: King selbst mochte sein Werk Carrie nicht und warf es zunächst unvollendet in den Müll. Seine Frau holte es aus dem Müll und er schrieb es dann doch zu Ende.
Stephen King hatte durchaus auch mit den eigenen Dämonen zu kämpfen: er war zuerst Alkoholabhängig und später kam die Drogenabhängigkeit von Aufputschmitteln und Kokain hinzu. 1987 ging er auf ständiges Drängen seiner Frau in eine Entzugsklinik. Seither ist er trockener Alkoholiker und er besucht regelmäßig die anonymen Alkoholiker.
Er selbst sagte über sein Schaffen:
,, Ich schreibe solange weiter, bis der Leser davon überzeugt ist, in den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein.“. Wahrscheinlich ist die Faszination seiner Geschichten in ihrer Lebensnähe zu suchen. Er hat zwar auch Science-Fiction Werke geschrieben, aber die eindrucksvollsten Geschichten beschreiben Dinge, die wir alle so oder so ähnlich kennen und selbst erleben. Reale Existenzängste, verlassen werden oder nicht aus sich herauskommen können. Viele seiner Bücher wurden verfilmt, einer seiner bekanntesten Filme ist „Shining“, wobei der Film sehr stark von der Erzählvorlage abweicht, obgleich er ein Meisterwerk ist. Der Titel ist im übrigen inspiriert vom
John Lennon Song „instant karma“ Seine Bücher wurden bis zum Jahr 2017 über 400 Millionen mal verkauft und in über 40 Sprachen übersetzt.

//Andrea

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